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Butzbach, Nieder-Weisel, Hoch-Weisel, Kirch-Göns, Ebersgöns, Münster, Frauerbach, Ostheim, Pohl-Göns, Bodenrod, Wiesental, Hausen-Oes, Griedel.

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Butzbachs Geschichte kurzgefasst

historisches Stadtbild von Butzbach um 1500.

Butzbach, eine Mittelstadt mit rund 25.000 Einwohnern (mit 13 Stadtteilen) wird gerne auch als Die Perle der Wetterau bezeichnet.

Eine ausgesprochen gute Verkehrslage ist kennzeichnend für die Lage des Butzbacher Raumes von den Anfängen in der Vorgeschichte bis heute. Heute queren zwei Autobahnen und die immer noch bedeutende Main-Weser-Bahn unseren Raum, von mehreren Bundesstraßen abgesehen.

Butzbach und seine Umgebung waren bereits, bevor die Römer unser Gebiet eroberten (um 100 n. Chr.), eine blühende Landschaft, die in keltischer Zeit von zwei nahen "Burgen" bzw. Zivilsiedlungen (den Ringwallanlagen auf dem Hausberg und dem Brülerberg) geschützt wurden.

Die Römer nahmen um 100/110 n. Chr. die Wetterau in Besitz und bauten die Umgrenzung allmählich immer besser durch den von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärten Grenzwall Limes aus. Zur Kontrolle der Grenzregion legten die Römer im Butzbacher Raum ein großes Reiterkastell, das Hunneburg-Kastell, an. Daran schloss sich bereits eine wichtige Zivilsiedlung an (Vicus genannt), deren beachtliche Größe durch den Grenzverkehr über den Limes erklärt wird.

Die Römer verließen um das Jahr 260 n.Chr. die Wetterau und zogen sich ins linksrheinische Gebiet zurück.

Schon bald darauf nahmen Germanen Besitz von der Wetterau.

Der Name des 773 zuerst genannten Dorf „Botinesbach“ oder „Botinesphaden“ bedeutet Am Bache des Bodo oder An den Pfaden des Bodo. Ein sonst nicht bekannter germanischer Anführer (oder adliger Grundherr) scheint die Dorfsiedlung gegründet zu haben oder so bedeutend gewesen zu sein, dass andere die Höfe nach ihm benannten.

Am Taunusrand führte eine wichtige Nord-Süd-Straße vorbei, die durch Butzbach lief, die sog. „Weinstraße“ (d.h. Wagenstraße). Durch eine Zunahme des Fernverkehrs wurde 1321 die Dorfsiedlung Butzbach, bei der bereits auch eine kleine Wasserburg errichtet worden war, von den Herren von Falkenstein zur Stadt ausgebaut (Kaiserliches Privileg, „Stadtrechtserwerb“).

Schon bald war Butzbach eine von Mauern, Türmen und Gräben umgebene, gut befestigte Stadt, deren Hauptwirtschaftserwerb in der Produktion von Wolltuchen und Leinentuch bestand. Über Jahrhunderte konnte alles, was hier produziert wurde, im Frühjahr und Herbst auf den Frankfurter Messen abgesetzt werden. Bis um 1550 etwa war Butzbach eine aufstrebende Tuchmacher- und Handwerkerstadt.

Modell des Landgrafenschlosses um 1625.

Aus der um 1390 erbauten Burg der Falkensteiner entwickelt sich eine Burg- und Schlossanlage, die bis heute besonders in dem inzwischen renovierten „Landgrafenschloss“ erhalten ist. Landgraf Philipp von Hessen-Butzbach (1609 - 1643) hatte sich ein neues Residenzschloss mit ausgedehnten Parkanlagen erbaut. Hier wurde der Fürst auch von seinem Mitstreiter in Sachen Astronomie und Mathematik Johannes Kepler, dem kaiserlichen Astronomen, mehrmals besucht. Das Landgrafenschloss ist seit 2002 Sitz der Stadtverwaltung Butzbach. Unter der verwitweten Landgräfin Elisabeth-Dorothea von Hessen-Darmstadt stieg noch einmal die Bedeutung des Städtchens (1688-1709).

Vorausgegangen waren der unselige 30jährige Krieg und zahlreiche Truppendurchmärsche, Einquartierungen und Drangsalierungen der Bevölkerung, die Butzbach auf den Tiefstand seiner wirtschaftlichen und politischen Bedeutung als Stadt gelangen ließen. „Glück im Unglück“ hatte die Stadt allerdings über lange Jahre durch die Anwesenheit des sich politisch weitgehend neutral verhaltenden Landgrafen Philipp, so dass Butzbach bis zu dessen plötzlichen Unfalltod 1643 als ein „Hort des Friedens“ galt. Danach hatte die bis dahin weitgehend kriegsverschont gebliebene Stadt bis 1648 umso mehr zu leiden. Seit 1741 ist ganz Butzbach hessisch.

Modell von Butzbach (steht im Museum).

Ganz wesentlich geprägt wurde Butzbach im frühen 19. Jahrhundert durch Dr. Friedrich Ludwig Weidig (1791-1837), der von 1803 bis 1834 in Butzbach lebte, seit 1812 bis zu seiner Strafversetzung hier als Lehrer wirkte, hier um 1813/1814 das Turnen einführte ("der hessische Turnvater") und als Zentralfigur der oberhessischen Oppositionellen des Vormärz bekannt geworden ist. Er hat mit dem inzwischen zu Weltrum gelangten Schriftsteller Georg Büchner die berühmte politische Flugschrift "Der Hessische Landbote" verfasst und sie herausgebracht. F. L. Weidig starb als Opfer der geheimen Kabinettsjustiz im Darmstädter Kerker 1837. Weidigs Wirkung strahlte noch weit über seinen Tod hinaus; mit vielen anderen haben ein großer Butzbacher Schülerkreis, Turnverein und Gesangverein die Erinnerung an ihn wach gehalten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann auch für Butzbach das Zeitalter der Industrialisierung; größere Stücke der Stadtmauer wurden abgebrochen. Die Stadttore waren bereits in der ersten Jahrhunderthälfte gefallen. Glücklicherweise hat sich aber noch ein bedeutender Teil der Stadtbefestigung und des jahrhundertealten Fachwerkbestandes trotz Bombenabwürfen während des Zweiten Weltkrieges bis heute erhalten.

Die hohen Besucherzahlen beweisen die Attraktivität dieser malerischen, reizvollen Landstadt, die als "Perle der Wetterau" bezeichnet wird. Trotz umfangreicher Industriegebiete und seines daraus resultierenden wirtschaftlichen Potentials konnte Butzbach in der Vergangenheit seinen historischen Charakter bewahren und will ihn auch für die Zukunft der Nachwelt erhalten.
 

(Dieter Wolf)

Plakat Hessentag 2007.

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